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Thüringens Wirtschaft erlebte unmittelbar nach 1990 eine Phase dynamischer Entwicklung, gefolgt von einer Phase der Konjunkturabschwächung und Konsolidierung. Thüringen war von der Wirtschaftskrise betroffen, die 2008/09 zu negativen Wachstumsraten des regionalen BIP führte. Im Jahr 2017 betrug das regionale BIP 62,2 Mrd. EUR, was etwa 2 % des deutschen BIP entsprach (Eurostat, 2019). Im Jahr 2018 bestand die Erwerbsbevölkerung aus 1,08 Mio. Personen (2,5 % der nationalen Erwerbsbevölkerung); und das Bundesland hatte eine Arbeitslosenquote von 4,1% (Deutscher Durchschnitt: 3,4%) (Eurostat, 2019). Die Arbeitslosenquote ging zwischen 2016 und 2018 um 19 % zurück (Eurostat, 2019). Thüringen hat eine lange Industrietradition, die durch eine diversifizierte Industrielandschaft (Automobil, Optik, Tourismus, Elektrotechnik, Maschinenbau, Energie- und Umwelttechnologien, Lebensmittelindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Kunststoff, Life Science und Logistik) repräsentiert wird. (Invest in Thüringen, 2019). Kleine und mittlere Unternehmen (99,6% aller Thüringer Unternehmen haben weniger als 250 Mitarbeiter) haben eine hohe Bedeutung (Mittelstandsbericht Thüringen 2015, 2019). Im verarbeitenden Gewerbe wurde der höchste Umsatz bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen und Komponenten, Metallprodukten, Lebensmittelprodukten, Elektronik und optischen Produkten erzielt (Invest in Thüringen, 2019). Im Jahr 2018 arbeiteten 1,5 % der regionalen Bevölkerung im Agrarsektor, 32,2 % in der Industrie und 66,3 % im Dienstleistungssektor (Eurostat, 2019).

Im Vergleich zum deutschen Durchschnitt zeigen diese Zahlen eine höhere Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes als auf Bundesebene (nationaler Wert: 27,4 %). (Eurostat, 2019). Thüringen exportierte 2018 Waren und Dienstleistungen mit einem Volumen von 15,5 Mrd. Euro, was 1,7 Prozent der gesamten deutschen Exporte entspricht (Statistisches Bundesamt, 2019). Damit liegt Thüringen bei den Exporten auf dem drittletzten Platz der deutschen Regionen, knapp vor Brandenburg (1% der deutschen Exporte) und Mecklenburg-Vorpommern (0,5%) (Statistisches Bundesamt, 2019). Die wichtigsten Warenkategorien sind Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile und -maschinen, gefolgt von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Produkten. Ungarn ist der wichtigste Handelspartner der regionalen Exporte, gefolgt von den USA und Frankreich (Mittelstandsbericht Thüringen 2015, 2019). Der Regionale Innovationsanzeiger 2019 zeichnet Thüringen als “starken Innovator” aus. Thüringens Innovationsleistung ist seit 2012 im Laufe der Zeit gesunken. Thüringen weist mit 106 % des deutschen Durchschnitts und 126 % des europäischen Durchschnitts spezifische Stärken in Bezug auf die Ausgaben des öffentlichen Sektors für Forschung und Entwicklung auf.